BEEF! Grill & Bar

Vom Food-Magazin für Männer zur Food-Destination für Alle.

Wie mache ich einen Food-Titel erlebbar? Für Gruner + Jahr entwickelte SODA GROUP ein Gastronomiekonzept, ist verantwortlich für das Interior Design und übernahm die Planung und Bauleitung des ersten Standortes in Frankfurt.

Frankfurt – Deutschlands Foodporno geht offline! Im Interview von Jochen Pioch, Redakteur der Zeitschrift BEEF! mit Andreas Müller, Geschäftsführer der SODA GMBH Bochum, wird der Frage nachgegangen, wie dies möglich wurde. Eine Antwort:

Wie macht man aus einem Magazin ein Restaurant?

A. Müller: Das wussten wir vor einem halben Jahr auch noch nicht. Wir standen vor einer irren Herausforderung: BEEF! sollte dreidimensional werden. Wir haben uns hingesetzt und überlegt: Was ist die DNA des Heftes? Wie kann man es erfahrbar machen? Im Magazin geht es um hochwertige Zutaten, tolle Rezepte, gute Drinks. Wir wollten einen Raum schaffen, wo all das in genialer Atmosphäre lebendig wird.

Unsere Leser lieben es, alles selbst zu machen – vom Marinieren übers Filetieren bis zum Braten. Wie wollen Sie die beschäftigen, während sie auf ihre Burger warten?

A. Müller: Das Patty-Kneten übernimmt bei uns natürlich das Team. Anzufassen gibt es trotzdem genug: Wer seinen Tumbler auf dem Bartresen abstellt, fährt mit der Hand über gekanteten Schwarzstahl. Weiche Ledersitze, rau verputzte Wände: Alles, was man anfasst, ist echt. Wie bei einem Gericht, bei dem man jede einzelne Zutat herausschmeckt.

Hat‘s auf der Baustelle eigentlich gebrannt? Oder woher stammen die schwarzen Flecken an den Wänden?

A. Müller: Das Feuer unterm Grill ist das Herzstück unseres Restaurants. Das sollte sich auch außerhalb der Küche widerspiegeln. Wir haben auf der ganzen Welt nach Ideen gesucht. Die beste fanden wir in Japan: Dort wird Holz kontrolliert verkohlt und dadurch haltbar und widerstandsfähig gemacht. Shou-Sugi-Ban heißt diese uralte Technik. Die Japaner verkleiden mit den silbrig-schwarzen Brettern ihre Hausfassaden – wir unsere Wände. So zieht den Gästen bei BEEF! Grill & Bar auch dann herrliches Smoke-Aroma in die Nase, wenn der Grill ausnahmsweise mal kalt ist.

Toll. Geht‘s da eigentlich auch noch um Fleisch?

A. Müller: Die Architektur stiehlt dem Essen nicht die Show. Im Gegenteil, wir haben eine Bühne geschaffen, auf der es seinen großen Auftritt hat. Die Gäste haben freie Sicht auf den Backstage-Bereich mit dem offenen Grill und dem Fleischreifeschrank. Man kann den Profis bei der Arbeit zusehen und an der Bar mit gleichgesinnten Fleischfans über Garmethoden fachsimpeln. Oder sich einfach aufs Genießen konzentrieren. Erschienen in der August-Ausgabe BEEF! 2018

KUNDE // Gruner + Jahr, Marché Mövenpick
REALISATION // 2018